Schnellübersicht
- Der BMI-Rechner berechnet 6 Gesundheitswerte: BMI, Idealgewichtbereich, Grundumsatz, Gesamtenergieumsatz, geschätzten Körperfettanteil und Taille-Hüft-Verhältnis.
- BMI-Formel: Körpergewicht (kg) ÷ Körpergröße² (m²). Beispiel: 70 kg, 1,75 m → BMI = 22,9 (Normalgewicht).
- WHO-Klassifikation: unter 18,5 Untergewicht, 18,5–24,9 Normalgewicht, 25–29,9 Übergewicht, ab 30 Adipositas.
- Grundumsatz und Gesamtenergieumsatz werden nach der Mifflin-St-Jeor-Formel berechnet, wenn das Alter angegeben wird.
- Das Taille-Hüft-Verhältnis wird anhand der WHO-Schwellenwerte für kardiovaskuläres Risiko bewertet, wenn Taillen- und Hüftumfang eingegeben werden.
BMI-Rechner: Körpermasse verstehen, Gesundheitsziele realistisch setzen
Eine Zahl auf der Waage sagt wenig über Ihre Gesundheit aus — entscheidend ist das Verhältnis von Körpergewicht zu Körpergröße. Der BMI-Rechner berechnet Ihren Body-Mass-Index nach WHO-Standard und liefert auf Wunsch Grundumsatz, Gesamtenergieumsatz, geschätzten Körperfettanteil und Taille-Hüft-Verhältnis. In Deutschland empfiehlt die Deutsche Adipositas-Gesellschaft (DAG) den BMI als ersten Screening-Schritt bei Gewichtsberatungen — sowohl in Hausarztpraxen als auch in betrieblichen Gesundheitsprogrammen.
Was ist der BMI-Rechner und was berechnet er?
Der Body-Mass-Index (BMI) ergibt sich aus dem Körpergewicht in Kilogramm geteilt durch das Quadrat der Körpergröße in Metern. Die Weltgesundheitsorganisation unterscheidet vier Gewichtsklassen: Untergewicht, Normalgewicht, Übergewicht und Adipositas. Der BMI ist kein diagnostisches Instrument, sondern ein international anerkanntes Screening-Maß, das von der Robert Koch-Institut in der Nationalen Gesundheitserhebung (DEGS) und vom Bundesministerium für Gesundheit genutzt wird.
Dieser Rechner geht weiter als ein einfacher BMI-Rechner. Mit Altersangabe berechnet er den Grundumsatz (GU/BMR) und den Gesamtenergieumsatz (GEU/TDEE). Mit Taillen- und Hüftumfang ergibt sich das Taille-Hüft-Verhältnis (THV) inklusive Risikobewertung. Unterstützte Eingaben: Körpergröße (cm), Körpergewicht (kg), Alter, Taillenumfang (cm), Hüftumfang (cm).
Formeln und Berechnungsmethoden
Alle Werte basieren auf peer-reviewten wissenschaftlichen Studien. Die Ergebnisse erscheinen sofort, sobald Sie Ihre Daten eingeben — kein Bestätigungsklick erforderlich.
Metrik |
Formel |
Quelle |
BMI |
kg / m² |
WHO, 1995 |
Grundumsatz (männlich) |
(10 × kg) + (6,25 × cm) − (5 × Alter) + 5 |
Mifflin-St Jeor, 1990 |
Grundumsatz (weiblich) |
(10 × kg) + (6,25 × cm) − (5 × Alter) − 161 |
Mifflin-St Jeor, 1990 |
Gesamtenergieumsatz |
Grundumsatz × Aktivitätsfaktor (1,2 – 1,9) |
Harris-Benedict-Revision |
Taille-Hüft-Verhältnis |
Taillenumfang (cm) / Hüftumfang (cm) |
WHO Technischer Bericht 894 |
Beispiel 1 — BMI: Frau, 34 Jahre, 168 cm, 72 kg → BMI = 25,5 → Übergewicht
Beispiel 2 — Grundumsatz + Gesamtenergieumsatz: Mann, 29 Jahre, 180 cm, 85 kg, mittelmäßig aktiv → GU = 1.897 kcal, GEU = 2.940 kcal
Beispiel 3 — Taille-Hüft-Verhältnis: Taille 88 cm, Hüfte 98 cm → THV = 0,90 → erhöhtes Risiko bei Männern
Praxisnahe Beispiele aus dem deutschen Alltag
Betriebliche Gesundheitsförderung (BGF)
Im Rahmen der betrieblichen Gesundheitsförderung nach § 20b SGB V bieten viele deutsche Großunternehmen — darunter Bosch, Siemens und Deutsche Bahn — jährliche Gesundheitschecks an, bei denen der BMI als Basiswert erfasst wird. Mitarbeiter mit einem BMI über 30 werden an betriebliche Ernährungsberater oder an die AOK-Abnehmprogramme weitergeleitet.
Bundeswehr-Sportabzeichen und Tauglichkeitsprüfung
Für die Grundwehrdiensttauglichkeit gilt ein BMI-Korridor von 17 bis 30. Bewerber mit einem BMI über 30 müssen eine erweiterte sportmedizinische Untersuchung beim Karrierecenter der Bundeswehr bestehen. Ein 180 cm großer Bewerber mit 98 kg hat einen BMI von 30,2 und liegt damit knapp über der Grenze.
Fitnessstudio-Erstgespräch und Kalorienplanung
In deutschen Fitnessstudios wie McFit oder FitX erstellen Personal Trainer auf Basis des TDEE einen Ernährungsplan. Ein 75 kg schwerer, 175 cm großer 28-jähriger Mann mit dreimal wöchentlichem Training hat einen TDEE von ca. 2.650 kcal. Ein tägliches Defizit von 500 kcal führt zu einem Gewichtsverlust von etwa 0,5 kg pro Woche.
Schwangerschaftsvorbereitung und gynäkologische Beratung
Die Deutsche Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe (DGGG) empfiehlt vor einer geplanten Schwangerschaft einen BMI zwischen 18,5 und 24,9. Bei einem BMI über 30 steigt das Risiko für Gestationsdiabetes um das 2- bis 3-fache. Die Krankenkassen übernehmen in vielen Fällen präventive Ernährungsberatung bei erhöhtem BMI vor der Konzeption.
Wer sollte diesen Rechner verwenden?
Erwachsene, die ihren Gewichtsstatus wissenschaftlich einordnen möchten
Patienten vor einem Termin beim Hausarzt oder Ernährungsberater
Sportler und Fitness-Einsteiger, die Kalorienbedarf und Makronährstoffe planen
Frauen in der Schwangerschaftsplanung und deren Partner
Bewerber für Berufe mit körperlichen Eignungsanforderungen (Bundeswehr, Polizei, Feuerwehr)
HR- und Betriebsgesundheitsverantwortliche bei Gesundheitschecks
Ernährungs- und Sportwissenschaftsstudenten für Lehrbeispiele
Personen, die eine bariatrische Operation erwägen
Personen, die Gewichtsdaten für Krankenversicherungsanträge benötigen
Fazit und nächste Schritte
Der BMI ist kein Diagnosewerkzeug — aber er ist der schnellste, wissenschaftlich fundierte Ausgangspunkt, um Ihre Körperzusammensetzung einzuordnen. Die sechs Kennzahlen dieses Rechners — BMI, Idealgewicht, Grundumsatz, Gesamtenergieumsatz, Körperfettanteil, Taille-Hüft-Verhältnis — geben Ihnen eine solide Grundlage für jedes Arzt- oder Ernährungsberatungsgespräch. Als nächsten Schritt empfehlen wir unseren Kalorienrechner für die tägliche Makroplanung und unseren Idealgewichtsrechner für ein wissenschaftlich begründetes Zielgewicht.
Wichtige Punkte auf einen Blick:
• BMI-Formel: kg / m² — WHO-Standard, international anerkannt
• Normalgewichtsbereich: 18,5 – 24,9; geringstes chronisches Krankheitsrisiko
• Grundumsatz und GEU erfordern die Altersangabe; Aktivitätsniveau bestimmt den GEU
• Taille-Hüft-Verhältnis erkennt abdominelle Fettleibigkeit, die der BMI nicht abbildet
• Ergebnisse sind Screening-Werte — keine medizinische Diagnose