Schnellübersicht
- 4 Berechnungsmethoden werden unterstützt: Letzter Menstruationstermin (LMP / Naegele-Regel), Empfängnisdatum, Ultraschalldatum und IVF-Embryotransfer.
- Bei der LMP-Methode gilt die Naegele-Regel: LMP + 280 Tage, korrigiert um die Abweichung der tatsächlichen Zykluslänge von 28 Tagen.
- Beim Ultraschall wird das LMP rückwärts aus dem Scandatum und dem Gestationsalter berechnet; anschließend werden 280 Tage addiert.
- Bei IVF werden 259 Tage für einen Blastozystentransfer (Tag 5) und 261 Tage für einen Tag-3-Embryo addiert.
- Das Tool gibt geschätzten Geburtstermin, aktuelle Schwangerschaftswoche, verbleibende Tage, Trimester, Babygrößenvergleich, wichtige Meilensteine und eine BMI-basierte Gewichtszunahmeempfehlung aus; alle Ergebnisse sind rein informativ und ersetzen keine ärztliche Beratung.
Schwangerschaftsrechner: Errechneten Geburtstermin und Schwangerschaftswoche sofort ermitteln
Der Schwangerschaftsrechner ist ein kostenloses digitales Werkzeug, das auf Basis des letzten Menstruationstermins (LMP), des Empfängnisdatums, eines Ultraschallbefunds oder des IVF-Transferdatums den voraussichtlichen Geburtstermin (EDD), die aktuelle Schwangerschaftswoche und die verbleibenden Tage bis zur Geburt berechnet. Formel: LMP + 280 Tage, angepasst um die Zyklusabweichung — das ist die Naegele-Regel, die seit dem 19. Jahrhundert in der Geburtshilfe weltweit angewendet wird. In Deutschland ist dieser Berechnungsstandard in der Mutterschaftsrichtlinie verankert und wird in jedem Mutterpass dokumentiert.
Was berechnet der Schwangerschaftsrechner?
Der Rechner vereint vier klinisch anerkannte Methoden: Letzter Menstruationstermin (LMP), Empfängnisdatum, Ultraschalldatum und IVF-Embryotransfer. Zusätzlich zeigt das Tool die ungefähre Babygröße im Vergleich zu einer Frucht oder einem Gemüse anhand wissenschaftlicher Wachstumskurven, listet 14 wichtige Schwangerschaftsmeilensteine mit Datum auf (Herzschlagnachweis, Organentwicklung, Feinultraschall, Viabilitätswoche und mehr) und berechnet — bei Angabe von Vorgewicht und Körpergröße — eine BMI-basierte Gewichtszunahmeempfehlung nach den Leitlinien der Deutschen Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe (DGGG) sowie der WHO.
Berechnungsmethoden und Formeln
Je nachdem, welche Daten Sie zur Verfügung haben, wählen Sie die passende Methode. Die Ergebnisse sind Schätzwerte; Ihre Gynäkologin oder Ihr Gynäkologe legt den offiziellen Geburtstermin fest.
Methode | Benötigte Eingabe | Formel | Beste Anwendung |
Letzter Menstruationstermin | LMP-Datum, Zykluslänge | LMP + 280 Tage ± Zykluskorrektur | Regelmäßiger Zyklus bekannt |
Empfängnisdatum | Empfängnisdatum | Empfängnis + 266 Tage | Ovulationsdatum ist bekannt |
Ultraschall | Scandatum, Wochen + Tage | Scandatum − Gestationstage + 280 | Unregelmäßiger Zyklus |
IVF-Transfer | Transferdatum, Embryotyp | Tag 5: +259 Tage / Tag 3: +261 Tage | Reproduktionsmedizinische Schwangerschaft |
Beispiel 1 — LMP: Letzter Menstruationstermin: 5. Januar 2026, Zykluslänge 28 Tage. EDD = 5. Januar + 280 Tage = 12. Oktober 2026.
Beispiel 2 — Ultraschall: Ultraschall am 1. Februar 2026, Befund: 10 Wochen + 3 Tage. Rückgerechnetes LMP ≈ 23. November 2025; EDD = 29. August 2026.
Beispiel 3 — IVF: Blastozystentransfer am 15. Februar 2026. EDD = 15. Februar + 259 Tage = 31. Oktober 2026.
Praxisszenarien aus Deutschland
Erstanwendung nach positivem Schwangerschaftstest
In Deutschland erhalten Schwangere ihren Mutterpass in der Regel beim ersten Vorsorgeuntersuchungstermin zwischen der 8. und 10. Schwangerschaftswoche. Bis dahin vergehen nach einem positiven Heimtest oft zwei bis vier Wochen ohne offizielle Terminbestätigung. Der Schwangerschaftsrechner überbrückt diese Wartezeit: Wer seinen letzten Menstruationstermin kennt, kann die ungefähre Schwangerschaftswoche und den voraussichtlichen Geburtstermin sofort abschätzen — nützlich für die Krankenversicherungsmeldung, die Planung des Mutterschutzes nach dem Mutterschutzgesetz (MuSchG) und das erste Gespräch mit dem Arbeitgeber.
Frauen mit unregelmäßigem Zyklus
Polyzystisches Ovarsyndrom (PCOS) und andere hormonelle Störungen betreffen many Frauen in Deutschland. Bei einem Zyklus von beispielsweise 35 Tagen würde die Standard-Naegele-Berechnung den Geburtstermin um 7 Tage zu früh ansetzen. Der Rechner korrigiert dies automatisch — ein wichtiger erster Schritt, bevor der Frauenarzt per Ultraschall den Termin offiziell festlegt.
IVF-Patientinnen an deutschen Reproduktionskliniken
Die Reproduktionsmedizin in Deutschland ist durch das Embryonenschutzgesetz und die Richtlinien der Bundesärztekammer geregelt. Patientinnen, die eine Blastozystentransfer-Behandlung abgeschlossen haben, kennen ihr genaues Transferdatum. Mit dem IVF-Modus dieses Rechners können sie den voraussichtlichen Geburtstermin sofort ermitteln — hilfreich für die Planung von Elterngeld und Elternzeit nach dem Bundeselterngeld- und Elternzeitgesetz (BEEG).
Wer kann diesen Rechner nutzen?
Werdende Mütter — Alle, die sofort nach einem positiven Test wissen möchten, wann ihr Baby kommt
Paare bei der Elternzeitplanung — Mutterschutz- und Elternzeitfristen nach MuSchG und BEEG planen
IVF-Patientinnen — EDD direkt nach dem Embryotransfer berechnen
Hebammen und Doulas — Gestationsalter bei der Erstbetreuung schnell ermitteln
Geburtsvorbereiterinnen — Meilensteintermine für Kurse und Informationsabende bestimmen
Familienmitglieder — Großeltern und Geschwister, die den Countdown mitverfolgen möchten
Schwangerschaftsbloggerinnen — Wöchentliche Entwicklungsinhalte erstellen
Hebammenstudierende — Geburtsterminsformeln in der Praxis üben
Fazit und nächste Schritte
Dieser Schwangerschaftsrechner bietet einen wissenschaftlich fundierten Ausgangspunkt für die Planung Ihrer Schwangerschaft — von der ersten Bestätigung bis zur Geburtsvorbereitung. Bitte beachten Sie: Alle Ergebnisse sind Schätzwerte und ersetzen keinesfalls eine ärztliche Untersuchung. Lassen Sie Ihren Geburtstermin immer von Ihrer Gynäkologin oder Ihrem Gynäkologen per Ultraschall bestätigen und führen Sie alle Vorsorgeuntersuchungen im Mutterpass gewissenhaft durch. Für weiterführende Informationen empfehlen wir die offiziellen Ressourcen des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA) und der Deutschen Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe (DGGG).
Wichtige Hinweise:
Alle Ergebnisse sind Schätzwerte und ersetzen keine ärztliche Beratung oder Untersuchung.
Der Ultraschall im ersten Trimester (8.–12. Woche) gilt als genaueste Methode zur Terminbestimmung.
Geben Sie die tatsächliche Zykluslänge an, wenn sie von 28 Tagen abweicht.
IVF-Patientinnen müssen den korrekten Embryotyp (Tag 3 oder Blastozyte / Tag 5) auswählen.
Nutzen Sie diesen Rechner zur Orientierung und besprechen Sie alle Ergebnisse mit Ihrem Arzt oder Ihrer Ärztin.